Rheinische Post: Drei Künstler stellen in der alten Brauerei aus

Drei Künstler stellen in der alten Brauerei aus

Viersen: Drei Künstler stellen in der alten Brauerei aus

Drei Künstler stellen ab Freitag im Sudhaus der Lohbusch-Brauerei aus: Stephanie Lenders…FOTO: Hüskes/Ronge/Lammertz

Viersen. Die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft will das Haus bekannter machen. Dazu sollen Ausstellungen in den historischen Räumen beitragen Von Birgitta Ronge

Von der Lohbusch-Brauerei an der Dülkener Straße ist nicht viel geblieben. An die glorreiche Zeit des Lohbuschbräus erinnert das alte Sudhaus, das die Eheleute Peter und Marlies Zaun aufwendig restaurieren ließen. Heute betreibt dort die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft (PHG) Viersen eine Kontakt- und Beratungsstelle, die täglich geöffnet ist. Mit Kunstausstellungen will Geschäftsführer Stefan Corda-Zitzen das Haus nun noch bekannter machen. Die erste wird am Freitag eröffnet.

Die Idee zur Ausstellung im alten Sudhaus hatte Helmuth Wolf. Der Kempener war bis zum Ruhestand als Ergotherapeut bei der PHG in Süchteln beschäftigt. Jetzt hat der 66-Jährige mehr Zeit für die Kunst. Wolf ist gelernter Schlosser, entdeckte das Schmieden für sich. Im Alter von 25 Jahren öffnete er seine erste eigene Werkstatt, widmete sich neben den Auftragsarbeiten immer auch der Kunst, “so, wie ich mir das finanziell leisten konnte”, erinnert er sich. Mit Ende 20 begann er eine Ausbildung als Ergotherapeut – ein Beruf, der zu seiner Leidenschaft fürs Schmieden passte: “Die Ergotherapie arbeitet in der Psychiatrie viel mit Kunst, mit Gestaltung”, erzählt er. Gleichwohl ist die eigene künstlerische Entfaltung auf die Freizeit beschränkt: “Bei der Arbeit muss man sich als Ergotherapeut zurücknehmen. Und jetzt in Rente blühe ich immer mehr auf.”

…Helmuth Wolf…FOTO: Brigitta RongeMit der Idee, eine Ausstellung im Sudhaus zu organisieren, stieß Wolf bei Corda-Zitzen auf offene Ohren. Wolf fragte zwei befreundete Künstler, ob sie mitmachen wollten. Ab Freitag sind nun in Viersen Skulpturen aus Glas und Stahl zu sehen, die Helmuth Wolf geschmiedet hat, Ölbilder von Stephanie Lenders aus Kempen sowie Fotoarbeiten von Wolf Tekook aus Krefeld. Bilder und Skulpturen hängen und stehen in den Räumen, die einst zum Bierbrauen genutzt wurden und in denen heute die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft ein Café, eine Küche, Besprechungs- und Büroräume eingerichtet hat. Wird die Ausstellung gut angenommen, will Corda-Zitzen künftig häufiger Kunst im Sudhaus präsentieren – auch von Menschen, die psychisch erkrankt sind und bei der PHG Hilfe bekommen.

Helmuth Wolf legt in seinen Arbeiten den Schwerpunkt auf den Menschen und seine Lebenswelt. Alte Fotos im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath inspirierten ihn beispielsweise zu einem “Familienbild” – wer nahe herantritt, sieht die Lebenslinien im Gesicht, den verzerrten Mund. “Die Objekte sollen einladen, die Mimik nachzuahmen und zu fragen: Wie wirkt das auf mich?”, erklärt Wolf.

und Wolf Tekook.FOTO: Lammertz ThomasStephanie Lenders stellt in Viersen Ölbilder aus, die die niederrheinische Heimat in den Mittelpunkt rücken – mal abstrakt, mal realistisch wie auf einem Foto. Die zarten Verästelungen eines Baumes, die Kopfbuche im lichten Grün, der Nebel über dem Wasser: Lenders entführt zu einem Landschaftsspaziergang, der genügend Raum für eigene Gedanken lässt. Wolf Tekook versetzt den Betrachter mit einem Kniff in eine andere Wirklichkeit: Mit Hilfe der Bildbearbeitung legt er einen großen Knick in das Foto einer Landschaft. So entstehen surreal anmutende Welten, an denen man sich nicht satt sehen mag.

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