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Holocaust

Holocaust

Quelle: Wikipedia

Als Holocaust (vom griechischen ὁλόκαυστον holókauston ‚vollständig verbrannt‘) oder Schoah (auch Shoah; hebräisch השואה  ha’Schoah ‚Unheil‘ oder ‚große Katastrophe‘) wird die Ermordung von mindestens 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen bezeichnet, die das nationalsozialistische Regime als Juden definierte. Dieser Völkermord zielte auf die vollständige Vernichtung der europäischen Juden. Er gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und wurde im Zweiten Weltkrieg seit 1941 systematisch, ab 1942 auch mit industriellen Methoden durchgeführt.

Die Nationalsozialisten erklärten auch die Roma und Sinti zur „minderwertigen Fremdrasse“ und ermordeten Hunderttausende von ihnen. Deren Verfolgung und Ermordung wird daher in den Holocaustbegriff eingeschlossen oder als Roma-Holocaust oder Porajmos bezeichnet.

Weitere Massenmorde der Nationalsozialisten, vor allem an Millionen Einwohnern Polens und der Sowjetunion, an mehr als 100.000 Behinderten, getarnt als „Aktion T4“, an etwa 20.000 deutschen Kommunisten und Sozialdemokraten, 7.000 Homosexuellen und 1.200 Zeugen Jehovas werden meist nicht als Teil des Holocaust beschrieben und bezeichnet.

Wer ist ein Jude?

Für diese einfache Frage gibt es viele, oft widersprüchliche Angaben. Rabbiner Walter Rothschild beantwortete die Frage in seinem Buch 99 Fragen zum Judentum (Gütersloher Verlagshaus, 2001) so:

Es gibt eine einfache Antwort auf diese Frage, und die ist: Das weiß niemand. Es gibt viele Definitionen dafür, wer jüdisch ist, und viele von ihnen sind widersprüchlich. Daher werden wir hier nur kurz einige erforschen.

Erstens – Ist es eine Religion?  
Falls ja, dann sind die Juden diejenigen, die an die Religion glauben, die als “Judentum” bekannt ist – “Jahadut“. Wenn es auch verschiedene Formen dieser Religion gibt, so teilen sie im Wesentlichen den Glauben an Den Einen Gott, das heißt, Gott ist einzig und allumfassend, Gott ist der Schöpfer aller Dinge, und es gibt keine Macht im Weltall außer Gott; dass Gott ein besonderes Volk auserwählt hat und einen besonderen Bund mit ihm geschlossen hat, durch den es zusätzliche Verantwortlichkeiten trägt, festgelegt als Gebote (Mizwot), von denen die meisten für die übrige Welt nicht verpflichtend sind. Diese definieren die Art und Weise des Gottesdienstes, einen Kalender mit festgelegten Tagen von Ruhe und Festen, besondere Regeln für Nahrung, für Heirat und Beziehungen, für die Behandlung von Tieren und Landwirtschaft, legen ein besonderes Verhältnis zu Israel und Jerusalem zugrunde, und daneben noch viele andere Dinge. Gemäß dieser Definition ist ein Jude jemand, der glaubt.
Aber – es gibt viele, die das nicht tun und doch immer noch Juden sind!

Zweitens – ist es eine Gesellschaftliche Gruppierung? 
Falls ja, dann sind die Juden diejenigen, die einer bestimmten jüdischen Gemeinschaft angehören, in gewissen Städten oder Stadtteilen, und die ihr Leben gemäß den oben beschriebenen Mizwot führen. Sie üben Mizwot gegenüber anderen Menschen aus, sie halten den Schabath und die Nahrungsgesetze ein, sie kleiden sich in Übereinstimmung mit einer strengen Auslegung der Regeln von Bescheidenheit – und gemäß dieser Definition ist ein Jude jemand, der das tut.
Aber – es gibt viele, die das nicht tun und doch immer noch Juden sind!

Drittens – ist es eine Rasse oder eine Volksgruppe?
Falls ja, dann ist ein Jude jemand, der in eine jüdische Familie hineingeboren wird und “jüdische Gene” trägt; ein Jude kann nach dieser Definition an einer bestimmten Hautfarbe erkannt werden oder an der Form des Kopfes (oder Nase) oder an der Farbe der Augen oder des Haares, und kann nur dann jüdisch sein, wenn er auf diese Weise geboren wurde. Gemäß dieser Definition ist ein Jude jemand, der einfach ist.
Aber auch dies ist eine höchst unzutreffende Definition. Es gibt Juden aller möglichen verschiedenen Erscheinungsbilder von Größe, Form und Farbe, und es ist möglich, zum Judentum zu konvertieren.

Viertens – ist es eine geistige Bildung?
Falls ja, dann ist ein Jude jemand, der sich “jüdische Musik” anhört, “jüdische Kunst” ausübt, nach “jüdischen Rezepten” kocht, “jüdische Witze” macht. Aber vieles von dem, was normalerweise als jüdisch eingeordnet wird, ist einfach osteuropäisch – von jüdischen Immigranten in die westliche Welt hineingebracht, aber nicht wesenhaft jüdisch; oder aus dem Mittelmeerraum – von jüdischen Reisenden oder von israelischen Exporteuren popularisiert, aber auch nicht wirklich jüdisch. Natürlich gibt es bestimmte Kunst- oder Musikwerke, die von jüdischen Themen handeln. Aber es gibt Juden, die sie nicht mögen und es gibt Nichtjuden, die diese Themen bearbeiten.

Fünftens – ist es eine Nationalität?
Falls ja, dann ist ein Jude jemand, der in einem jüdischen Staat lebt. Von diesen gibt es nur einen – den Staat Israel – und er hat viele, viele Bürger, die keine Juden sind, aber dennoch volle Bürgerrechte genießen, einschließlich des Rechts, in die Knesset, das Parlament des Landes, gewählt zu werden; sie genießen das Recht, in Kirchen und Moscheen und Bahai-Tempeln Gottesdienste abzuhalten… Aber es gibt tatsächlich viele Israelis, die jetzt außerhalb Israels leben und die diesen Glauben – genannt “Zionismus” – nicht teilen, nämlich dass der Platz für alle Juden im Lande Zion ist.
Daher ist auch dies eine Fehldefinition.

Tatsächlich ist es auch so, dass viele Definitionen zum Judentum und den Juden von den Feinden der Juden kamen. Diejenigen, die sich gegen diesen Glauben stellten, versuchten, die Juden zu “retten”, indem sie sie veranlassten, zu einer anderen Religion überzutreten. Sie versuchten zu erzwingen, dass die Juden sich anpassen, ihre Namen und Sprachen verändern, ihre Sitten und Gebräuche fallenlassen, und hofften dafür den Zugang zu den Privilegien der Angehörigen der breiteren Gesellschaft einzutauschen – Zugang zu Universitäten oder gewissen Berufen, Bürgerrechte usw.

Diejenigen, die sich gegen die “Rasse” stellen, versuchen, die Juden über die Eltern und Großeltern und das “Blut” zu definieren, was zu allen Arten von Anomalien führt – wie zum Beispiel der katholischen Nonne mit jüdischen Eltern, oder einer Person, die wegen eines Großelternteils, dem sie nie begegnet ist, eingeordnet wird.

Diejenigen, die der Idee einer politischen Identität widersprechen, greifen die Idee eines jüdischen Staates an und erklären sie – ironischerweise – als rassistisch und der modernen Welt nicht angemessen – indem sie bequemerweise viele andere Staaten vergessen, die ebenfalls eine bestimmte Ideologie fördern. (Ich würde persönlich so argumentieren, dass der Anti-Zionismus dem Anti-Semitismus gleichkommt, wenn der Zionismus als die einzige Ideologie herausgestellt wird, die angegriffen wird.)

Am Ende bleibt uns nur eine Mischung aus widersprüchlichen und unsystematischen Definitionen übrig. Gemäß dem jüdischen Gesetz ist ein Jude jemand, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde, oder jemand, der zum Judentum übergetreten ist. Nur eine solche Person darf einer jüdischen Gemeinde angehören. Aber was ist, wenn die Mutter zu einer anderen Religion übergetreten ist? Was ist, wenn die Person selbst zu einer anderen Religion übertritt? Was ist, wenn es keinen wirklichen Beweis dafür gibt, dass die Mutter jüdisch war? Was ist eine gültige Handlung des “Übertritts”? (Siehe zur Diskussion darüber die entsprechende separate Frage.) Was ist, wenn jemand als junges Kind adoptiert wird? (Entweder von einer jüdischen Mutter – oder von einer nichtjüdischen Mutter?) Was ist, wenn eine Regierung oder eine politische Partei ihre eigenen Definitionen erstellt und versucht, diese durchzusetzen?

Für den Augenblick – “die Juden” ist ein Oberbegriff, der für diejenigen benutzt wird, die jüdischen Gemeinden angehören, und für diejenigen, die – wenn sie auch entschieden haben, keine Mitglieder zu sein, oder wenn sie auch weitab jeder Gemeinde wohnen – doch Mitglieder sein könnten, wenn sie wollten. Diese Definition mag einigen unfair erscheinen – aber letztlich scheinen doch alle Definitionen für irgendjemanden unfair zu sein!

Die Ausstellung

Man darf die Schoah, den Holocaust, nicht

  • Vergessen
  • Leugnen
  • Ignorieren
  • Beschwichtigen
  • Relativieren

Die Bilderserie reflektiert die Gedanken, die Ergebnisse jahrelangen Lesens und Suchens, die Gespräche mit Überlebenden, die Besuche ehemaliger Konzentrationslager und Gedenkstätten in Deutschland, Polen und Israel. Sie ist kein Versuch einer Dokumentation des Unvorstellbaren, Unfassbaren; sie beschwichtigt nicht, sondern zeigt in subjektiver Emotionalität Bilder, die bei der Beschäftigung mit dem Thema im Kopf entstanden sind.

Keine Berge von gesammelten Schuhen oder aus Brotkrumen gefertigte Schachfiguren symbolisieren die Gräuel des Völkermords der Nationalsozialisten. Skelette übernehmen stellvertretend die Rolle der Getretenen, Gefolterten, Vernichteten.

Nicht die Originalplätze des Völkermordes dienen als Kulisse, sondern symbolhafte Orte.

Zwei Farben bestimmen die Bilder: Schwarz in unterschiedlichen Schattierungsgraden für die Szenen, Gold für die Geknechteten und Ermordeten.

Die großen quadratischen Bilder tragen mit einer wichtigen Ausnahme die Namen von Konzentrationslagern.

Die kleinen rechteckigen Exponate zeigen Beispielhaftes.

Die Texte zu den Bildern sind der Chronologie des Holocaust (http://www.holocaust-chronologie.de) von Knut Mellenthin entnommen, der in akribischer Arbeit tausende von Dokumenten zusammengetragen und als Kalendarium veröffentlicht hat.

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Ein Gedanke zu „Holocaust

  1. Lieber Dr. Wolf Tekook,
    lieber Wolf,
    ich darf Wolf sagen, denn wir kennen uns von einer Internet-Plattform.
    Und darüber bin ich sehr stolz, denn Deine Fotokunst, Deine „Pixelschieberei“, aber ganz besonders Dein tägliches Präsentieren Deiner enormen Geschichts-, Kunst- und Politkenntnisse haben vorerst eine imaginäre Respektwand für mich aufgebaut.
    Deine aufgeschlossene, freundliche Art haben mich jedoch recht bald erkennen lassen, welch sympathischer und zugänglicher Mensch Du bist und ganz vorsichtig habe ich auch begonnen, mit Dir etwas albern zu schwatzen.
    Ich habe den allergrößten Respekt vor Deiner Lebenseinstellung, vor Deinen zutiefst humanistischen Ansichten. Nun ist es nicht so, dass unsere Meinungen immer konform sind, aber Deine überzeugende, ehrliche Art beeinflusst mich bei jedem Kontakt nachdrücklich.
    Wir sind uns vollkommen einig, und eine andere Meinung ist für mich unvorstellbar, dass die Frage des aufkommenden Rassismus in Deutschland und in anderen Ländern unerträglich ist.
    Vor dem Hintergrund einer deutschen Vergangenheit mit all den furchtbaren Vorgängen gegen das Judentum ist die augenblickliche Entwicklung in unserem Land unerklärlich.
    Das Vergessen oder Verunglimpfen des Holocaust würde eine bedrohliche Entwicklung für uns Alle zur Folge haben.
    Es ist deshalb ganz wichtig, dass Menschen mit einer so hohen Bildung, wie Du sie repräsentieren kannst, diese Vorgänge immer wieder thematisieren.
    Ich bin mir sicher, dass Deine Ausstellung auf alle Menschen mit normaler Intelligenz große Wirkung haben wird. Ich würde mir sehr wünschen, dass Du aber auch all die Dumpfbacken“ von der Straße erreichst. Ich befürchte jedoch, dass das nicht allein von Deinem Engagement abhängen wird.

    Ich wünsche Dir mit Deiner Ausstellung große Resonanz, nachhaltige Erfolge und für uns alle baldige Normalisierung im politischen Alltag.

    Dein Fotofreund
    Hans Jürgen.

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