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Gesucht: Mann 2.0

Neues Bild- und Buchprojekt

Früher war es (scheinbar) ganz einfach: In einem über die Jahrhunderte weiterentwickeltem patriarchalischen System waren die Männer die

  • Ernährer der Familie.
  • Verantwortung Tragenden.
  • in der Öffentlichkeit Vertretenen.
  • Dominanten, Tonangebenden.
  • Lenker und Herrscher.
  • besser Ausgebildeten.
  • besser Verdienenden (soweit den Frauen überhaupt ein Beruf in der Öffentlichkeit zugestanden wurde).
Buffalo Bill

William Frederick Cody als Buffalo Bill auf einem Poster aus dem Jahr 1887

Auf Gemälden und Fotos posierten die “Herren der Schöpfung”, wie sie sich gerne nennen ließen, entweder vornehm gekleidet in steifer Haltung, oft umgeben von ihren Untergebenen in Beruf oder Familie, oder, wie in der hier abgebildeten Zeichnung, lässig, aber mit allen Insignien männlicher Macht: Waffen, Orden, Uniformen etc.

Macht musste spürbar sein, das für sich selbst reklamierte Gefühl der Überlegenheit wurde zur Schau gestellt.

Die Menschheit war in Herrscher (die Männer) und Dienende unterteilt.

Den Frauen blieb der Triumph in der Öffentlichkeit bis zum Ende des 20 Jahrhunderts vorenthalten. Ihre Rollen waren

  • die der umworbenen Schönen, die sich für die Männerwelt aufhübschen sollte, damit die auch den richtigen Mann fand.
  • die der Gebärerin der Kinder, damit die Familie oder die Dynastie fortbestand.
  • die der Erzieherin und Versorgerin der Kinder.
  • die der Sorgenden um das leibliche Wohl der Familie und ihrer Besucher. Mit dem vom Mann bereitgestellten Haushaltsgeld hatte sie klug zu wirtschaften.
  • die der Pflegerin, falls ein Familienmitglied erkrankte.

Der Sonntagskuchen

Natürlich saß der Mann im Mittelpunkt. Die tüchtige Hausfrau gesellte sich ihm zur Seite im adretten Sonntagskleid, idealerweise noch mit der Schürze als Insignium der häuslichen Arbeit.

Ab Beginn des 20. Jahrhunderts revoltierten die Frauen gegen diese angeblich naturgegebene Ordnung. Zuerst wagten es nur Einzelne, den Zugang zu Universitäten und qualifizierten Berufen zu erstreiten.

Doch nach dem 2. Weltkrieg, als die Zahl der Männer durch den Tod auf dem Feld der Ehre weit unter die 50%- Marke gefallen war, bewiesen die Frauen, der Not gehorchend, dass sie zu weit mehr imstande waren als nur einen Apfelkuchen zu backen oder dem Ehemann zur Befriedigung seiner Lust zu verhelfen. Bilder der Trümmerfrauen, die in Eimern den Schutt aus den durch den Krieg zerstörten Städten wegschafften und aufbauten, was durch Bomben vernichtet worden war, fanden Einzug in die Geschichtsbücher.

Ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kämpften die Frauen um ihre Gleichberechtigung, den gleichen Zugang zur Bildung und zu qualifizierten Berufen wie die Männer, die selben Chancen auf ein selbstgestaltetes und erfüllendes Leben. Die Antibabypille nahm ihnen die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft und erlaubte erstmals für die breite weibliche Bevölkerung, sich auf die eigene Lust zu konzentrieren. Die Frauen verließen die enge Geborgenheit der Familie und eroberten Stück für Stück die Territorien, die so lange die Männer für sich reklamiert hatten.

Heute, nachdem ein Fünftel des 21. Jahrhunderts verstrichen ist, sind Frauen überall in der Öffentlichkeit präsent. Sie schaffen in der Regel die besseren Schulabschlüsse; viele akademischen Berufe haben inzwischen einen Frauenanteil von 75 bis 90%. Die Frauen gestalten nicht mehr nur das eigene Leben, sondern auch das der Männer. Wo es noch hapert – etwa bei der Geschlechterverteilung in den Führungsetagen oder den Parlamenten, aber auch bei gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit -, werden per Gesetz oder freiwillige Regelungen Quoten eingeführt, die für eine paritätische Verteilung der Geschlechter sorgen werden.

Die Medien greifen jeden Missstand auf und helfen mit, ihn zu beseitigen. Kein Thema ist tabu. Unlängst wurde (von einer Firma für Bio- Hygienartikel!) eine Kampagne gestartet, dass Frauen ihre Menstruation und die damit verbundenen Umstände öffentlich machen sollen.

Und was ist aus den Männern geworden?

Sie wurden – zu Recht nach Jahrhunderten des Patriarchats – in die Defensive verbannt. Sie wurden im gleichen Maße leiser, wie die Frauen lauter wurden. Wenige Kritiker meinen, dass die Zeit des Matriarchats angebrochen ist, also wieder die Dominanz eines Geschlechtes über das andere, nur dieses Mal mit umgekehrten Vorzeichen.

Dass eine Umkehrung der Rollenverteilung auch nicht wünschenswert sein kann, sondern dass die beste Art des Zusammenlebens der Geschlechter eine partnerschaftliche und arbeitsteilige Lösung sein sollte, wird nur selten diskutiert.

Das Bild- und Buchprojekt

Aus den vorbeschriebenen Gedanken entstand die Idee, den Mann 2.0 in Bildern und Worten darzustellen.

Wie sehen sich die Männer im 21. Jahrhundert? Wie möchten Sie gesehen werden? Wie und wo stellen sie sich ihre Rolle in Familie, Beruf, Freizeit in den verschiedenen Lebensabschnitten vor? Sind sie traurig, dass sie nicht mehr per se für Führungsaufgaben prädestiniert sind, oder sind sie erleichtert, dass ihnen Verantwortung abgenommen wurde? Sind heutige Männer glücklicher in ihren Leben als in alten Zeiten? Wie sind ihre Ziele, ihre Wünsche – ob realistisch oder unerfüllbar?

Ich suche Männer jeden Alters, jeder sozialen Gruppierung, jedes Ausbildungsstandes, jeder Hautfarbe, jeder sexuellen Orientierung für mein Projekt.

Es besteht aus zwei Teilen:

  • Zunächst möchte ich alles Interessierten einen Fragebogen zu ihrer subjektiven Sicht des Lebens im 21. Jahrhundert zusenden. Fragen zu Lebensumständen, aber auch Rollenverständnis und der Interaktion mit dem weiblichen Geschlecht in allen Bereichen des Lebens sollten aus eigener Sicht behandelt werden.
    Natürlich werden alle Daten nur anonymisiert verarbeitet.
  • Danach möchte ich die Antwortenden mit der Kamera porträtieren – und zwar so, wie sie sich das perfekte Leben erträumen. Den Ort der Aufnahme, das Ambiente von der Kleidung bis zum Hintergrund können die teilnehmenden Männer selbst bestimmen.

Kommen, wie ich hoffe, genügend Beteiligungen zusammen, sollen Bilder und dazugehörige Texte gemeinsam ausgestellt werden; eine Veröffentlichung als Buch ist ebenfalls in Planung.

Bitte machen Sie mit bei diesem wichtigen Projekt!

Schreiben Sie mir eine Email! Ich sende Ihnen zeitnah den Fragebogen zu. Nach Rücksendung vereinbaren wir einen Termin für Ihr Porträt.

Reden Sie mit Ihren Freunden über dieses Projekt; geben Sie den Link zu dieser Seite an Ihre Freunde weiter. Teilen Sie den Beitrag in sozialen Netzwerken – ganz einfach mit einem der Share- Buttons unten. Je mehr männliche Teilnehmer sich finden, umso repräsentativer wird die Aussage.

Ich freue mich auf Ihre Teilnahme!

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